Eigentlich wollte ich im Juli/August nach Namibia und Botswana. Doch dann kam es ganz anders. 

Ich hatte die Wüsten in Namibia im Februar so einmalig feucht erlebt, dass ich mir filmisch eine zweite Perspektive erlauben wollte. Und dieser Plan ging voll und ganz auf. Wie immer begann ich meine Tour in der Namib bei meiner Erdmann-Truppe. Die hatten den harten Winter gut überstanden und beide Babys hatten überlebt.

Der erste Teil dieser Filmreise bildete haargenau die Reise im Februar ab. Es war überraschend zu sehen, wie sich das Gesicht dieser Gebiete verändert hatte. Nur an einer einzigen Stelle in der Namib gab es noch Wasser.

Aber es gab auch einen großen Schock – den Wüstenlöwen ging es sehr schlecht. Ein Löwenkind, das ich im Februar filmte, war verhungert. Eine weitere Löwin, die 4 Babys hatte, hatte vergeblich versucht in der Nacht ein Stachelschwein zu jagen und war zwischenzeitlich ihren Verletzungen erlegen. Damit waren auch ihre Kinder tot. In täglichen bis zu 40 km langen Trekkings durch die Wüste und die Berge konnten wir nur 8 Wüstenlöwen entdecken. Und diese waren zu schwach bei 2 Versuchen eine Giraffe zu erlegen. Aber die Zeit der Treckings wird mir unvergessen bleiben. 

Das ganze Jahr war eben ein Wechselbad der Gefühle. Einsamkeit wegen der Pandemie, was für einige Gebiete ein Segen ist, aber auch Verzweiflung wegen der Pandemie, weil der menschliche Egoismus gerade der Natur im großen Stile den letzten Todesstoß versetzt. Ich fühlte mich als Gast und Fremdkörper gleichermaßen. Dennoch war es eine gute Erfahrung, denn genau das ist ja auch das Thema des Kinoprojektes PAMBARA. Wir nehmen uns eben alle zu ernst, und dieses Jahr hat mir die Natur noch mehr Bescheidenheit und Ehrfurcht gelehrt, als ohnehin schon die Jahre zuvor. Ich bin dankbar für die 8 Monate, die ich in Afrika in Harmonie mit der Natur verbringen durfte, weit weg von einer Welt aus im Grunde genommen völlig bedeutungsloser Nachrichten.

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